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Durchkreuzte Pläne

Europa – Benedict in Südtirol
04.05.2021

Italien - Benedict ist einer, der wenigen Freiwilligen, die bereits im Sommer 2020 in ihren Auslandseinsatz reisen konnten. Doch geplant war alles ganz anders. Wie seine Pläne durchkreuzt wurden und warum er froh ist, dass Gott andere Pläne hatte, schreibt er hier:

Nach Abschluss meines Abiturs wollte ich die Welt entdecken, weit weg von Zuhause in einem fremden Land mit anderer Sprache und anderer Kultur. Also entschied ich mich Anfang dieses Jahres für eine Stelle in Ruanda. Alles lief reibungslos in der Vorbereitung; der Kontakt zu den Missionaren vor Ort war da, die Impfungen waren halb abgeschlossen und ich war der festen Überzeugung, dass Gott mich dort haben will. Ausgangssperren, Versammlungsverbote, geschlossene Grenzen und eine deutschlandweite Rückholaktion der Freiwilligen ließen den Einsatz jedoch wieder in weite Ferne rücken. Viele Fragen waren offen: Wann öffnet Deutschland die Grenze wieder? Werden Auslandseinsätze möglich sein? Lässt Ruanda überhaupt Freiwillige ins Land? Und die größte Frage: Will Gott mich überhaupt in Afrika oder hat er etwas anderes mit mir vor? Alles Fragen, die keiner beantworten konnte und so sagte ich ganz einfach zu Gott „…dein Wille geschehe“ (Math. 6,10). Ich sagte zu Gott: „Wenn du mich in Ruanda haben willst, dann schenke mir ein Visum und einen Flug und wenn nicht, dann sende mich dorthin wo du mich haben willst.“ Und Gott hat NEIN zu Ruanda gesagt. Er hatte andere Pläne mit mir.

Die Chancen auf ein Arbeitsvisum für Ruanda gehen ohne abgeschlossene Berufsausbildung gegen Null. Ein paar Tage nach einem Telefonat mit Coworkers erhielt ich also eine E-Mail mit einer Alternativstelle in Meran. Radioarbeit in Südtirol… das entsprach überhaupt nicht meinen Vorstellungen von Auslandsjahr. Ich wollte weg von zu Hause und die Welt sehen und jetzt wohne ich dreieinhalb Stunden mit dem Auto weg von meiner Heimatstadt München, in einer Region in der man Deutsch spricht mit einer Kultur, der der bayrischen nicht hätte ähnlicher sein können. Hinzu kommt noch, dass ich von Technik, geschweige denn Radio, überhaupt keine Ahnung habe. Aber genau hier wollte Gott mich haben.

Das ist zumindest die Erfahrung, die ich während des ersten Monats meines Einsatzes mit Coworkers machen konnte. Ich bin in einem super freundlichen und herzlichen Umfeld gelandet und darf eine Arbeit machen, die für die ganze Region Südtirol und darüber hinaus enormen Wert hat. Zugegeben, es ist nicht das Abenteuer geworden, das ich mir unter Auslandsjahr vorgestellt hatte. Aber jedes Mal, wenn wir über den Hörerservice begeisterte Anrufe oder Emails von Menschen bekommen, die über den Radiosender zum Glauben gekommen sind, wird mir neu bewusst, wie kostbar der Sender und auch unser Dienst hier in Südtirol im Radio ist. Um Gottes Botschaft zu verkünden muss man nicht unbedingt nach Afrika gehen, sondern Mission beginnt oft schon vor der eigenen Haustür oder wie in meinem Fall, in Südtirol. Im Nachhinein bleibt mir gar nichts anderes übrig, als Gott dafür zu danken mich hier ins traumhaft schöne Südtirol gerufen zu haben, um hier mitzuhelfen den Menschen die frohe Botschaft von Jesus Christus zu verkünden und sie im Glauben zu stärken. Allein, dass ich in diesen Zeiten überhaupt einen Einsatz machen darf, ist schon ein großes Geschenk und Privileg.

Mit dieser Erfahrung und Gewissheit kann ich nun auf einen wirklich tollen Einsatzstart zurückblicken und bin gespannt, was ich in Südtirol noch alles erleben und lernen kann.

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