Geduldig Schritte gehen

Freiwillige – Manuela in Ruanda
22.04.2021

Ruanda - Freiwillige Manuela unterstützt den Bibellesebund in Ruanda. Mit ihren Kollegen und Kolleginnen bei der Scripture Union gestaltet sie Weiterbildungsangebote für Lehrer. Warum Geduld im Leben immer wieder wichtig ist, schreibt sie in diesem Beitrag.

„Nur wir müssen geduldig sein, dann dauert es nicht mehr lang...“
Diese Liedzeile der Söhne Mannheims läuft mir immer mal wieder über den Weg und jedes Mal denke ich mir aufs Neue, dass das eine wirklich treffende Aussage für so viele Situationen in unserem Leben ist. Wie oft wollen wir von jetzt auf gleich dies und jenes haben und sofort alles perfekt können. Wie sinnvoll das ist, muss jeder selbst beantworten. Alles im Leben braucht Zeit zur Entfaltung und Reifung. Deshalb hat es durchaus seine Logik, dass wir uns Ziele setzen und uns Dinge erarbeiten müssen, um dorthin zu gelangen, wo wir hinwollen.

Warum ich davon jetzt angefangen habe? Nun ja, ich will euch gerne meine Gedanken zum Thema Geduld mitteilen, auch wie viel Geduld ich selbst schon erübrigt habe, bevor ich in mein lang ersehntes Auslandsjahr starten konnte. Nachdem ich schon seit einigen Jahren davon träume, kann ich nun sagen, wie es sich anfühlt auf etwas so lange gewartet und sich danach gesehnt zu haben, bis es dann endlich in Erfüllung geht: Es ist eines der schönsten Gefühle, die ihr euch nur vorstellen könnt. Noch nie war ich so sehr mit Freude erfüllt, wie in dem Moment als mir klar wurde, dass sich Gottes Wille auch mit meinem Wunsch deckt und er mich hierher nach Ruanda brachte und das auch noch mitten in der Corona Pandemie.

Es ist genial zu erkennen, wie alles ineinandergreift, Gott auch jetzt reichlich versorgt und ich seine Führung auch in dieser besonderen Zeit erleben darf. Es war von Anfang an meine Aufgabe, die Scripture Union bei der Durchführung von Trainings- und Seminareinheiten für Lehrer zu unterstützen. Da die Lehrer seit Ausbruch der Pandemie zu Hause sind, finden diese Angebote nun großen Anklang. In der ersten Einheit konnte ich durch meine Ausbildung als Heilerziehungspflegerin und Erzieherin etwas zum Umgang mit Kindern mit Beeinträchtigungen, zum freien Spielen, dem christlichen Menschenbild und dem Geschichtenerzählen sagen. Es war eine sehr bereichernde Erfahrung für mich. Stellt euch vor, eine schwangere Frau erzählte uns im Nachhinein, wie sie auch mit ihrem Mann über ihre Erfahrungen aus dem Training gesprochen hat und sie beide jetzt auch an ihrer Beziehung zueinander arbeiten und sich gegenseitig mehr respektieren möchten. Sogar mit ihrer Gemeinde und dem Umudugudu (Bürgermeister) hat sie das alles geteilt und weitergegeben. Was für ein überaus großer Segen! Und was für einen wunderbaren, großen Gott wir haben!