0 0
Meine Unterstützung

Der Sammelkorb ist leer.

Projekt hinzufügen

Zimt und Bratwürstchen

Freiwillige – Joy in Israel
18.08.2021

Nach ereignisreichen Monaten in Israel ist Joy nun wie 28 andere Freiwillige aus ihrem Freiwilligeneinsatz zurückgekehrt. Wieder daheim angekommen, ist ihr vieles merkwürdig vertraut. Gleichzeitig fühlt sich manches fremd an. Die Lebensrealitäten in Israel und Deutschland sind doch sehr unterschiedlich. Sie erlebt ein Wechselbad der Gefühle. Wie sie damit umgeht und was sie sich für ihr persönliches Glaubensleben vornimmt, berichtet sie sehr eindrücklich:

„Leute, ich fühle mich einfach nur schräg! Jetzt bin ich wieder zurück... An dem Ort, der mir so vertraut ist, den ich so gut kenne. Und trotzdem fühlt es sich teilweise so an, als wäre ich in einem Paralleluniversum gelandet! Ich kenne mich hier mega gut aus, aber vieles ist auch ganz anders geworden! Komplett automatisch drücke ich noch das Fenster beim Schließen fest in den Rahmen, weil es sonst klemmt. Und wie selbstverständlich lege ich den Weg vom Zimmer in die Küche wieder schlitternd auf meinen Socken zurück. Aber irgendwie ist mein kleiner süßer Minibruder jetzt Kaffeetrinker, meine jüngere Schwester plötzlich in einer Leitungsposition, und meine Oma Verfechterin von Langhaarfrisuren. Eine Freundin von mir ist verlobt, eine andere seit einigen Monaten verheiratet, Opas Hund ist gestorben, und ich hatte irgendwie kurz vergessen, dass man einen Induktionsherd nicht mit dem Feuerzeug anmachen muss...

Tja... altbekannt und trotzdem neu. Meine Stimmung schwankt zwischen "Ich will sofort wieder weg!" und "Es ist gut erstmal hier zu sein." Ich vermisse den Geruch von Zimt und Sand, und genieße die deutschen Bratwürstchen. Ich weine den Kakerlaken keine einzige Träne hinterher, und könnte heulen, wenn mich die Kassiererin auf Deutsch anspricht. Ihr seht schon: Ich ertappe mich beim Vergleichen zweier Lebensrealitäten. Ich habe gehört, das soll ziemlich ungesund für die Lebensfreude sein. Also versuche ich das, so oft es geht, sein zu lassen. Am besten hilft es mir dann, mich abzulenken: Dem Nachbar beim Umzug helfen, mein Zimmer einrichten, oder - so wie letztens - für alle arabisch kochen. Das hat richtig Spaß gemacht und viel besser geklappt, als ich dachte! Toll! So schlage ich mich also durch die ersten Tage hier.“

Schon während ihrer letzten Tage in Israel haben sich Joy und Leah, die zusammen an der Einsatzstelle waren, mental auf ihre Rückreise vorbereitet. Nach einem Ausflug an das Tote Meer machten die zwei Freiwilligen eine Wanderung durch das Wüstental Ein Avdat. Sie nutzten die Stille, um über die vergangenen Monate nachzudenken: „Im kühlen Schatten der Bäume nahmen wir uns jeder etwas Zeit für die letzten Reflektionsblätter von Coworkers. Wow! Das war sooo schön! Dort in der Wüste, im Nichts, unter Bäumen, in fast vollständiger Stille darüber nachzudenken, was Gott in diesem einen Jahr alles bewegt hatte! Herrlich! (…) Auf der langen Rückfahrt sah ich dann einfach nur nach draußen, genoss das Wüstenkino direkt vor meinen Augen, und strahlte vor lauter Dankbarkeit vor mich hin. Und dann dachte ich daran, wie einfach es ist, Gott in diesen schönen Momenten zu danken. Mein Gebet ist es, dass ich ihm später, wenn ich mal in nicht so leichten Lebensphasen stecke, genauso dankbar sein kann wie jetzt!“

Jetzt mitmachen

Möchtest du auch ein Coworker werden? Dann bewirb dich bei uns. Wir würden uns total über deine Unterstützung freuen.