Vertrauen, Versöhnung und ein Vers

„Die Aufgaben haben förmlich nur darauf gewartet, angepackt zu werden – und wir finden es richtig cool, dass wir direkt gebraucht werden.“ So begeistert schreiben uns Viktoria und Timon aus Ruanda. Das Ehepaar arbeitet seit ein paar Monaten an der Intango Technical Secondary School mit. Viele junge Menschen in Ruanda stehen nach ihrem ersten Schulabschluss ohne Perspektive da. Arbeitsplätze sind rar, und oft fehlt es an den finanziellen Mitteln für eine weitere Ausbildung. Die Intango Technical Secondary School setzt genau hier an: Sie bereitet Schülerinnen und Schüler aus einfachen Verhältnissen gezielt auf den Einstieg in den Arbeitsmarkt vor.

Timon richtet gerade gemeinsam mit einer Schülerin eine Elektro-Lernwerkstatt ein, engagiert sich im Deutschunterricht und hat die Schule bereits mit Fußballtoren, einem Volleyballnetz und einem Basketballkorb ausgestattet. „Sport ist einfach ein super Weg, um mit den Schülern in Kontakt zu kommen.“

Viktoria connected vor allem im Klassenzimmer mit den Jugendlichen. Dort bereitet sie die Schüler mit Career-Training auf ihren Berufseinstieg vor. Den meisten fehlen grundlegende Kenntnisse, um den Sprung von der Feldarbeit in eine besser bezahlte Anstellung in der Stadt zu schaffen. Beziehungen aufbauen, Vertrauen gewinnen, ermutigen und befähigen – dafür sind Viktoria und Timon hier.

Viele der Jugendlichen tragen eine schwere Geschichte mit sich. Im Jahr 1994 ereignete sich in Ruanda ein Völkermord, dem bis zu eine Million Menschen zum Opfer fielen. Fast jede Schülerin und jeder Schüler ist auf die eine oder andere Weise davon betroffen – durch Angehörige, die schon immer fehlen, oder durch Traumata, die bis heute in den Familien nachwirken. Jedes Jahr ab dem 7. April wird in Ruanda über 100 Tage hinweg der Ermordeten gedacht. Es finden Gedenkveranstaltungen statt und Aktionen, die zur Versöhnung aufrufen – denn auch 32 Jahre nach dem Völkermord ist dieser Prozess nicht abgeschlossen.

Ein Vers aus Philemon 1 ist Viktoria und Timon für ihre Arbeit in Ruanda wichtig geworden:
Du praktizierst deinen Glauben, indem du tatkräftig hilfst, und ich bete darum, dass du gerade dadurch zu einem immer tieferen Verständnis für all das Gute geführt wirst, das uns durch unsere Beziehung zu Christus geschenkt ist. (Philemon 1:6)

„Dieser Vers ist unser Gebet“, schreiben die beiden. „Man packt viel an, ist engagiert, und wird dabei schnell versucht, Anerkennung oder Belohnung zu erwarten. Doch in der Beziehung mit Jesus ist uns eigentlich schon alles geschenkt, wonach sich unser Herz sehnt.“

Bete mit uns für Viktoria und Timon, dass sie ein Segen sein dürfen für ihre Schüler in Ruanda!