Im Nkhoma Hospital beginnt für neue Assistenzärzte ein besonderer Abschnitt: Mit der feierlichen Verleihung eines weißen Kittels starten sie in ihre Ausbildung. In einem weiteren Ritual waschen die Fachärzte der Allgemeinmedizin und Chirurgie ihren neuen Assistenzärzten die Füße. Symbolisch soll zum Ausdruck kommen, dass ein Arzt als Diener und nicht aus Eitelkeit handeln soll – so wie es in Philipper 2,3 heißt: „Tut nichts aus Eigennutz, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst.“ Auch Bernhard und Lydia leben diese Haltung in der Klinik vor. Bernhard bildet Chirurgen aus, etabliert minimal-invasive Verfahren und betreibt Forschung. Lydia baut die Intensivstation mit auf und bildet das Pflegepersonal in der Versorgung aus.
Trotz der Fülle an Aufgaben nimmt sich die Familie Zeit für ihre Mitmenschen. „Das macht uns besonders Freude“, sagt Bernhard. „Wir teilen den Alltag, Höhen und Tiefen mit dem Klinikpersonal und ihren Familien. Kürzlich verlor die Frau eines Arztes innerhalb von zehn Tagen Vater und Mutter. Wir waren mehrere Tage bei ihr zu Hause, um sie zu trösten und da zu sein. Sie hat später erzählt, wie viel Kraft ihr das in der Krise gegeben habe. Das ist es auch, was Jesus meint, wenn er sagt: ‚Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das der anderen.‘ – diese Haltung dient uns allen!“
Tut nichts aus Eigennutz
