„Die Situation für Flüchtlinge im Land ist momentan sehr schwierig. Viele werden einfach abgeschoben, leben in ständiger Angst und trauen sich teilweise nicht mehr, das Haus zu verlassen.“
Das schreibt uns Timna, die derzeit ein Fachpraktikum in der MENA-Region absolviert. MENA steht für „Middle East and North Africa“. Um die Arbeit der Organisation, in der Timna sich für vier Monate engagiert, nicht zu gefährden, halten wir den genauen Standort geheim.
So viel sei gesagt: Die Organisation unterstützt Menschen, die vor Krieg, Verfolgung oder humanitären Krisen fliehen mussten. Neben psychologischer Begleitung und finanzieller Hilfe gehört auch die Vermittlung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen zu ihren Aufgaben. Das oberste Ziel: Die Selbstständigkeit und Würde der Flüchtlinge wiederherzustellen.
Gerade das Thema Arbeitsplatz ist tricky, denn: „Ausländer dürfen in diesem Land grundsätzlich nicht legal arbeiten“, berichtet Timna. Dennoch gibt es immer wieder Geschichten, die Mut machen. Wie die von Aya, dessen Geschichte Timna uns erzählt hat: „Aya ist nach Beginn des Krieges im Sudan, mit seiner Frau und seinen sieben Kindern hierher geflohen. Er ließ sein bisheriges Leben hinter sich, um seinen Kindern eine Zukunft zu ermöglichen. Doch nachdem sie in Ägypten angekommen waren, verließ ihn seine Frau, sodass er plötzlich als alleinerziehender Vater für sieben Kinder verantwortlich war. Meinen Kollegen gelang es, eine Arbeitsstelle für ihn zu finden. Durch die Arbeit konnte er seine Kinder wieder ernähren und zur Schule schicken. Was mich jedoch am meisten an seiner Geschichte beeindruckt hat, war, dass er seiner Geschichte den Titel „Amal“, also „Hoffnung“ gab. Aya hatte wieder Hoffnung auf eine Zukunft und auf ein besseres Leben. Wenn wir eins von Aya lernen dürfen, dann dies: Wenn wir unsere Hoffnung auf Jesus setzen und auf Gottes Verheißungen vertrauen, haben unsere Lebensumstände nicht das letzte Wort – denn Gott hat bereits gesiegt.“
Neben dem Krieg im Sudan gibt es viele schwelende Konflikte in der MENA-Region, die immer wieder eskalieren – mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung. Bete mit uns für Frieden dort und dass noch viele Menschen wieder Hoffnung auf eine Zukunft bekommen.
