„Menschen haben Angst, ins Krankenhaus zu gehen“

Damaris, promovierte Ernährungswissenschaftlerin, war Mitte Mai an die Université Shalom in Bunia gekommen. Dort unterstützte sie das Krankenhaus bei der Umsetzung von Hygienemaßnahmen.

Kulturelle Faktoren machen die Bekämpfung des Virus fast unmöglich, berichtet Damaris. Angehörige von an Ebola Verstorbenen möchten die Toten traditionell selbst bestatten. Gerade dieser Kontakt ist jedoch lebensgefährlich, da auch Verstorbene weiterhin ansteckend sind. Zudem herrscht Unwissenheit unter den Erkrankten. Damaris schreibt: „Menschen mit Symptomen haben Angst davor, ins Krankenhaus zu gehen und als Ebola-Patient isoliert zu werden. Auch wird Ebola von manchen nur als „Vergiftung“ betrachtet, die nicht an andere übertragen werden kann, weswegen die nötigen Schutzmaßnahmen nicht eingehalten werden.“

Erschwerend kommen fehlende Schutzausrüstung, unzureichende Desinfektionsmöglichkeiten und mangelndes Wissen über Hygiene und Infektionsvermeidung hinzu. Besonders die großen Flüchtlingslager in der Nähe von Bunia sind gefährdet, sich zu Hotspots der Ausbreitung zu entwickeln.

Doch auch die Situation in den Krankenhäusern ist schwierig. Ärzte müssen Infizierte behandeln, ohne sich wirksam schützen zu können. Dadurch infiziert sich das medizinische Personal selbst, was einen tödlichen Kreislauf in Gang setzt, bei dem sich immer mehr Menschen anstecken. Zwar beginnen Hilfsmaßnahmen und internationale Initiativen langsam zu greifen, dennoch gibt es bereits Todesfälle unter Ärzten und Pflegekräften.

Inzwischen musste Damaris aus Sicherheitsgründen das Land verlassen. Von Kenia aus unterstützt sie das Krankenhaus in Bunia weiterhin und entwickelt Informationsmaterial für Angehörige von Ebola-Patienten. Sie bittet um Gebet: „Es tut weh wieder auszureisen, zumal die Menschen, die hier leben, nicht diese Möglichkeit haben. Bitte betet für die Lage hier, ganz besonders für das medizinische Personal, ein Verhindern weiterer Ausbreitung und eine schnelle Beendigung des Ausbruchs. Gott ist größer und stärker als jegliche Krankheit, darauf können wir vertrauen.“

Auch zwei unserer Freiwilligen mussten wegen dem Ausbruch von Ebola ihre Einsatzstellen verlassen und sind wieder in Deutschland. Kati und Lara hatten sich in Uganda, nahe der kongolesischen Grenze, in einer Schule sowie in der Jugendarbeit engagiert. Der Abschied von den ihnen ans Herz gewachsenen Menschen und Projekten fiel ihnen sehr schwer. Bitte betet auch für sie und ihr Ankommen in Deutschland.

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