Eine prägende Zeit in Bolivien

„Nach der Schule kommen die Kinder direkt in die Fundación Emanuel. Hier werden sie bei ihren Hausaufgaben unterstützt, sie spielen gemeinsam und können an verschiedenen Angeboten teilnehmen.“ So fasst Joelle die Arbeit des Zentrums zusammen, in dem sie diesen Sommer ihr Fachpraktikum absolviert hat. Die Einrichtung unterstützt Kinder aus sozial benachteiligten Familien und bietet ihnen einen sicheren Ort, an dem sie willkommen sind. Und Joelle war gleich mittendrin im Geschehen: „Schon an meinem ersten Tag kamen die Kinder auf mich zugerannt, haben mich umarmt und sich gefreut, dass ich da bin. Diese Herzlichkeit hat mich sehr berührt.“

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit in der Fundación ist der christliche Glaube. Jeden Tag wird gemeinsam in der Bibel gelesen und die Kinder erfahren, dass sie von Gott geliebt und wertvoll sind.

In Deutschland studiert Joelle Kindheitspädagogik. Während ihrer Zeit in der Fundación entwickelte sie dafür ein eigenes Projekt: „Da ich selbst sehr gerne kreativ bin, hatte ich die Idee, diese Leidenschaft mit den Kindern zu teilen. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass viele von ihnen zu Hause nur wenige Möglichkeiten haben, kreativ zu arbeiten.“ So entstand ein wöchentlicher Kunstkurs für zwei Gruppen. Gemeinsam wurde mit Wasserfarben, Wachsmalstiften und Buntstiften experimentiert.

„Besonders schön war es zu beobachten, wie die Kinder ihre eigenen Ideen entwickelten und dabei immer selbstständiger und mutiger wurden“, berichtet Joelle. „Für mich war dieses Projekt eine wertvolle Erfahrung, weil ich mein theoretisches Wissen aus dem Studium direkt in die Praxis umsetzen konnte.“

Nach ein paar Wochen stand schon der Abschied an. Das fiel Joelle alles andere als leicht. Die Kinder und die Mitarbeiter der Fundación bereiteten ihr ein herzliches Abschiedsfest mit Torte, Liedern, Segnung und vielen kleinen Geschenken.

Rückblickend ist Joelle vor allem eines: dankbar. „Ich bin dankbar, wie Gott mich geführt hat und dass ich mein Praxissemester in Bolivien machen konnte. Ich habe nicht nur neue, liebe Menschen und eine andere Kultur kennengelernt, sondern auch fachlich und persönlich wachsen dürfen.“

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